Eine Rudolf Letzig Ausstellung

ab 6. Oktober 2022 in der "Süßen Ecke" (Annaberger Str. 14)

Welterbe trifft Kunst/Kunst(T)räume

Liebe Leserinnen und Leser,

Kunst und Kleinstadt passt nicht zusammen? Von wegen! Seitdem wir zum Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří gehören, weht in unserer Bergstadt Ehrenfriedersdorf ein frischer Wind, der auch die lokale und regionale Kunst- und Kreativitätsszene erfasst hat. Gleich mit mehreren Ausstellungseröffnungen und Projekten haben wir uns auf den Weg gemacht und Weichen gestellt, um unseren Bürgerinnen und Bürgern, aber auch unseren Gästen zu vermitteln: Ehrenfriedersdorf hat nicht nur eine ganze Reihe überregional bekannter Künstler:innen wie Elisabeth Ahnert, Rudolf Letzig oder Ursula Wagener hervorgebracht. Künstlerische Schaffensfreude und ihre Wertschätzung sind hier weiterhin beheimatet und werden in unterschiedlichen Räumen unserer „Stadt-Galerie“ auch zukünftig in Ausstellungen und weiteren Kulturveranstaltungen ihren Platz finden.

Für diese hier präsente kulturelle Vielfalt an der Schnittstelle zwischen Bergbautradition, Kunst und Kunsthandwerk stehen allein im Jahr 2022 die erste Ausstellung in der „Süßen Ecke“ mit Werken des Ehrenfriedersdorfer Zeichenzirkels, die Sonderausstellung auf dem Sauberg zum Thema „Ehrenfriedersdorfer Bergbau im Spiegel der Kunst“, die vielfältige Beteiligung unserer Stadt am PURPLR PATH, dem regionalen Kunst-Verbundprojekt zum europäischen Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, und nicht zuletzt der Aufbau einer städtischen Kunstsammlung, deren Anfang diese Ausstellung mit Werken des in Ehrenfriedersdorf geborenen Dresdner Künstlers Rudolf Letzig bildet.

Letzig kam am 7. November 1903 in der Ehrenfriedersdorfer Schillerstaße 22 zur Welt. Er hat seine frühe Kindheit hier verbracht, bis die Familie 1910 zunächst nach Zwickau, später nach Dresden zog, wo er nach mehreren Zwischenstationen die letzten 36 Jahre bis zu seinem Tod 1989 lebte - und deshalb als „Dresdner Künstler“ gilt. Es ist ein großer Glücksfall für unsere Stadt, dass durch die Vermittlung des Künstlers und Sammlers Michael Knauth über 30 Jahre nach Letzigs Tod eine so freundschaftliche und persönliche Bindung zu seinem Sohn Rolf entstanden ist. Diesem Kontakt verdanken wir die Schenkung und den Erwerb von 34 Grafiken und Ölgemälden.

Der Kunsthistoriker Gert Claußnitzer hat Letzigs Malstil einmal so beschrieben: „Rudolf Letzig gehört mit seinen strengen und nach konstruktiven Gesichtspunkten aufgebauten Bildern zu jenen Malern, die in all ihren Darstellungen nach geometrischer Klarheit trachten. Geometrische Formgebilde, in denen senkrechte und waagerechte Linien dominieren, sind die bestimmenden Elemente seiner gefühlvollen Stilisierungen.“
Auch die Letzig-Ausstellung und dieser begleitende Katalog gehören zu einer in und von der Stadt Ehrenfriedersdorf geplanten Veranstaltungsreihe des PURPLE PATH, dem Bindeglied zwischen der europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz25 und seiner Region. Ausstellung und Katalog erfüllen passgenau die Zielsetzungen dieses regionalen Kunstparcours: Bürger:innen, lokale und regionale Künstler:innen zu verbinden und über die gezeigte Kunst miteinander ins Gespräch zu bringen -  unter großen Schirm von Toleranz, Gastfreundlichkeit und Weltoffenheit. Allen, die sich an der Sonderausstellung und an der Erstellung dieses Kunstkataloges beteiligt haben, danke ich von Herzen.

Silke Franzl
Bürgermeisterin

Die Öffnungszeiten der Ausstellung werden zeitnah bekanntgegeben.

Der Kunstkatalog zur Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten oder im Rathaus erhältlich.